Ich kann nicht schlafen, es ist 4:20 Uhr früh, oder spät, wie mans nimmt. Ich habe vorher Cryptonomicon gelesen bis mein Hirn die Wörter zwar noch lesen, aber nicht mehr verarbeiten konnte, doch aus Müdigkeit war das scheinbar nicht. Bevor ich mich noch stundenlang in meinem Bett wälze mit wirren Gedanken im Kopf kann ich diese auch niederschreiben, vielleicht hilft das ja.

Ich denke viel über meine Zukunft nach und wie ich meine Hürden meistern werde, ich denke darüber nach wann die Zeit kommt in der man sich zurücklehnen kann und wirklich glücklich sein kann (siehe Sinn des Lebens, doch das wird ein anderer Beitrag zu einer anderen Zeit). Ich denke über eine Comicfigur nach, die wohl “Der Schläfer” oder so heißen wird, eine Person, welche fies, hinterhältig, gemein und rücksichtslos darauf aus ist zu schlafen, unter einsatz aller verfügbaren Mittel. Ja, wie unpassend das doch im Moment ist. Ich denke auch über aktuell wichtige Dinge nach, wie zB. morgen meine verbilligte Fitness Center Frist abläuft und ich mich scheinbar nach 2 Monaten noch immer nicht vom Konkurs des Oasis in der Vorgartenstraße erholt habe. Zu perfekt wars. Morgen sollte ich das erledigen, genauso sollte ich mich um das Service meines fahrbaren Untersatzes kümmern, sonst verlier ich noch meine Garantie :/ . Ich hab mein Auto schon 1 Jahr, die Zeit vergeht so schnell. Ich denke darüber nach warum Motivation und Inspiration so viel Wertigkeit in meinem Leben erlangt haben, warum ich nicht wie früher mich auf etwas stürzen und voll darin aufgehen kann ohne auf einen Tritt von aussen zu warten. Überhaupt denke ich zu viel in letzter Zeit, statt zu handeln. Manchmal sitz ich einfach da und denke über etwas total unwichtiges nach, oder versäume eine Vorlesung weil ich versuche mich wieder in meinen Traum zu retten den ich zuvor geträumt hatte, oder habe fantastische Gedanken über Ponys, Hubschrauber und regenbogenfarbige Teppichmuster. Als wäre ich übergetreten in ein wertigkeitsloses System, in dem ein Traum wichtiger ist als die realen Erfolge. Vielleicht bin ich nicht Mainstream genug für den Kassenschlager namens Realität, den sich alle reinziehen, den alle bis zur Vergasung lieben (fast wie die Krocher die Nachtschicht), der in den Adern von den Menschen pulsiert, die wirklich versuchen zu leben. Ich treibe nur dahin wie ein abgebrochener Ast .. bwäh diese künstliche literarische Umschreibung lass ich jetzt mal, sonst kommt das große Kotzen. Es ist viel zu einfach poetisch klingende Texte zu schreiben durch das simple Einfügen von umschreibenden Worten die normalerweise nicht direkt im Sprachgebrauch vorhanden sind oder durch den Gebrauch von bildlichen Assoziationen die wir alle zu tausenden im Kopf haben. Es ist aber wesentlich schwieriger Texte zu verfassen die ohne Umschweifungen, Tralala und Poesie die Gefühle von Menschen erreichen können. Ich möchte hier keine Gefühle anregen, dies ist ein Mistkübel an Gedanken. Sprung. Soziale Beziehungen. Warum muss alles so kompliziert sein? Sprung. Musik. Minimal Music versucht Spannung mit derart reduzierter Musik aufrecht zu erhalten, dass dies wiederum den Reiz ihrer ausmacht. Rücksprung. Tatsächlich hat unsere Gesellschaft (welch großes Wort) es geschafft uns Menschen so weit voneinander zu distanzieren oder besser gesagt, sich so zu entwickeln, dass man nicht mehr gerne seine Gefühle mitteilt, dass alles kaschiert werden muss in sozialpoetischen Schmafu. Aufgeblähte Kommunikation wie ein Orchester bläst sie durch unsere Gehörgänge Tag für Tag, nonstop, außer wenn wir in unseren Gedanken sind, dort sind wir frei. Vielleicht bin ich desshalb gerne hier unterwegs, im TriTraTomiland wo ich minimalistische emotionale Freiheit genießen kann ohne Menschen die sich einmischen, ja wo misanthropische Zustände herrschen. Das heißt nicht, dass ich mich nicht gerne unterhalte, ohne Unterhaltungen mit Mitmenschen würden wir bei allen Themengebieten auf unseren eigenen Standpunkten festsitzen und könnten uns Meinungen nur durch unseren anderswertig zugeführten Intellekt bilden. Freunde sind wichtig, ich liebe meine Freunde um genauer zu sein. Manchmal nerven sie, manchmal leiden sie, manchmal lehren sie aber meistens stehen sie bei und verkörpern ein Fangnetz, so wie man das selber auch ist, bewusst oder unbewusst. Und wodurch? Durch das bloße zuhören, durch Verständnis in einer konfusen Welt durch Gedankenzusammenschluss und soziale Integration und Aktion. Schwere Worte, viel zu verdauen, verwirrend geschrieben und untypisch, ein Einblick in die Gedankenwelt einer anderen Person ist manchmal schockierend, aber dazu ist ein Blog wohl da. Ich schließe mein Hirn und hoffe, jene Menschen die bis hier gelesen haben, haben ihre Zeit nicht allzusehr, oder aber gewollt verschwendet. es ist 5:30 und ich kann noch immer nicht schlafen. lg und hugs to ya’ll.